Genealogische Notizen

Familienforschung kann spannend sein wie ein Kriminalroman. Wir möchten Euch teilhaben lassen an den aufregenden Geschichten, die wir in Kirchenbüchern und Archiven ausgraben. Taucht ein mit uns in vergangene Epochen und rätselhafte Verwicklungen, historische Lebensumstände und die Geschichte einer Region, die es heute so nicht mehr gibt: das frühere Ostpreußen.

Freitag, 31. Oktober 2008

Suchspiel im Kirchspiel: Löwenstein, Kreis Gerdauen

Löwenstein, ein erstes Mosaik

Alles wie im Nebel, eine undurchsichtige Suppe, die ich mir da zum Auslöffeln ausgesucht habe. Muss mich erst an die Schrift und die Struktur des Schreibers gewöhnen. 1618 wird die Geburt eines Sohnes von Jacob Matz in Kröligkeim aufgeschrieben. Na, sehr hilfreich ist die Reichhaltigkeit der Angaben nicht und in meinen Gedanken stelle ich die Bitte in die Vergangenheit, dass die, die gefunden werden wollen, sich jetzt gerne mal nach Vorne drängeln sollen, damit ich sie sehen kann. Na,- geht doch schon was besser: Elisabeth 1619, Jacob 1621 und Christian 1625 mit Vater Jacob lassen sich in Kröligkeim blicken. Dann eine Pause.

Erst 1636 taucht Michael, der Sohn des Hans Matz in Kröligkeim, Knecht und Domspielmann lese ich, auf. Vom selben Vater, jetzt Gaertner in Kröligkeim, finde ich 1638 Johann, 1642 Christoff, 1644 Martin.

Ab 1650 taucht der Name Martin Matz als Vater in Kröligkeim auf. Bis 1663 finde ich in 2 – 3 Jahresschritten 6 Kinder. 2 Töchter 1650/ 1652, dann Maria 1654, Christoff 1657, Jacob 1660, und Dorothea 1663.

1668 springt mir ein Hanß Matz aus Kröligkeim mit der Geburt seiner Tochter Barbara vor die Linse. Danach ist er weg.

Was mach ich hier eigentlich? Warum das Ganze?

Ab 1669 hat ein Martin Matz folgende Kinder: Catharina 1669, Elisabeth 1671, Barbara 1675, Regina 1678. Um 1693 wird des Löwensteiner Martin Matz Sohn Christian geboren. Die Mutter heißt Anna.

Zur weiteren Verwirrung bietet sich mir noch Christoff Matz in Kröligkeim mit seinen Kindern Anna 1675, Christoph 1677, Dorothea 1678.

Kein richtiger Faden ist zu finden. Der kommt erst später…


1714 freuen sich Martin Matz und seine Frau Maria Kanehn in Löwenstein über die Geburt ihres Sohnes Michael. Drei Jahre später lässt sich die Geburt von Bruder Christoff finden.

Ich stolpere über den Eintrag eines Kirchenbuchschreibers, der schon damals mein heutiges Leid über undeutlich unleserliche unstruktirierte Vermerke teilte:
Mein Gott, was vor Unordnung in so wichtigen Dingen, nun stehen die Ochsen am Berge – Gib doch mein Gott deinen Knechten in ihr Hertz, daß sie gute Ordnung lieben, u. so ihren Nachkömmlingen nicht Ärgernüß machen. Amen!

Das Suchspiel hat begonnen und ist schon vor 200 Jahren für manchen zur Mühsal gewesen. Mein Interesse gilt Michael, dem Gärtner und Eigenthümer in Löwenstein, der 1742 Catharina Strauss ehelicht. In den kommenden 12 Jahren kann ich fünf ihrer Kinder finden. Maria, Jacob, Catharina, Christoph und Anna. Christoph stirbt mit knapp 5 Jahren.

Auf weitere Hindernisse neben mancher Schrift stoße ich dadurch, dass es in Löwenstein zwei Michael Matz gibt, die nur durch die jeweiligen Ehefrauen zu unterscheiden sind. Der zweite ist mit Anna Neumann verheiratet und ich finde 1739 Sohn Christoph und 1741 Tochter Anna, die 1 ½ Jahre später stirbt. Die hochschwangere Catharina Strauss, verehelichte Matz, ist 1743 Taufpatin der kleinen Maria, deren Eltern Michael Matz und Anna Neumann sind. Genau eine Woche später bringt sie eine Tochter zur Welt, die sie, wie soll es anders sein, ebenfalls Maria nennt. Was mach ich da 245 Jahre später, wenn ich 1763 im Kirchenbuch den Hochzeitseintrag einer Maria Matz, deren Vater Michael aus Löwenstein ist, finde? Sie heiratet jedenfalls Jacob Wosegin von Romsdorff.

Möglicherweise ist sie dann das erste Kind des 1768 im Alter von 54 Jahren an Schwindsucht verstorbenen Gärtners und Eigenthühmers Michael Matz, das geheiratet hat. 1769 folgt eine weitere Matz-Hochzeit, diesmal von der 22jährigen Catharina mit Christoph Pahlke, dem 32jährigen Schmiedegesell, dessen Vater George Schmidt und Mitmeister des Schmiedegewerks zu Schippenbeil war. Anna nimmt sich mit 23 Jahren 1777 den 30hährigen Christoph Bundig, Musquetier und d. Major von Cemnitz Compagnie von Tumplingschen Regiments und d. Christoph Bundigs gewesenen Schmidts in Hohenfelde und Mitmeister des Schippenbeiler Schuhmachergewerks nachgelaßenen Sohn, zum Mann.

Jacob Matz ist bereits 29 Jahre alt, als er sich in Löwenstein 1774 mit der Stieftochter des Johann Quandt, Barbara Nitsch verheiraten muss, denn 3 Monate zuvor ist Sohn Michael unehelich zur Welt gekommen. Sie ist 6 Jahre jünger und für den Zimmergesell Jacob in Kröligkeim eine gute Partie, denn fortan kann er 6 Huben, 3 Morgen und 156 Ruthen in Kröligkeim sein Eigen nennen und bewirtschaften. Vermutlich haben ihre leiblichen Eltern, Wilhelm Nitsch und Catharina Borchert, ihr ein entsprechendes Erbe hinterlassen.

In Löwenstein hat sich von allen Dörfern des Kreises – daneben wäre etwa noch Bieberstein und Gr. Schönau zu nennen – am reinsten die ursprüngliche Anlage des ostdeutschen Angerdorfes erhalten: in der Mitte der Anger, begrenzt von zwei Straßen, an deren Außenseite die beiden Gehöftreihen hinziehen, während auf dem Anger Kirche, Krug, Schmiede, später noch die Schule liegen. Denken wir uns diesen noch heute rechteckigen Dorfplan mit einem festen Zaun umgeben, aus dem Tore ins Freie führen1 , so haben wir das typische Kolonistendorf des Ordenslandes vor uns. Dahinein paßt recht die stattliche Kirche, eine der besterhaltenen des Ordenslandes.

Die Handfeste von Kröligkeim (Krelekaim) stammt vom 29. Juni 1374. Die Brüder Klaus und Heinrich erhielten 5 ½ Hufen „um der Besetzung willen“ zum Schulzenamt. Von den 54 Hufen lagen nur 44 bei dem Dorfe, 10 Hufen waren „sonderlich gelegen im Krackentin bei der Leunenburger Grenze und bei der Heide“. Noch heute liegt der Kröligkeimer Wald südwestlich abseits im Kreise Rastenburg. In dem bekannten Walde Krakotin, der westlich Leunenburg Ordensland und Ermland voneinander schied, dürfte der kröligkeimer Dorfwald kaum zu suchen sein, obwohl der Gleichklang der Namen und die Bezeichnung „bei der Leunenburger Grenze“ diesen Schluß nahelegt. Doch ist dazu die Entfernung vom Dorfe zu groß. Durch spätere Verleihungen erlangte das Dorf einen Umfang von 60 Hufen.

(Altpreußische Forschungen, 6. Jahrgang 1929, Das Siedlungswerk des Deutschen Ordens im Lande Gerdauen, Von Martin Rousselle)

In den kommenden 12 Jahren ihrer Ehe werden 8 Kinder geboren. Der Überblick über diese Jahre fällt dramatisch aus, denn Michael, Catharina, Christoph, Dorothea, Anna Maria sterben jeweils im frühen Kindesalter, sei es an Pocken, Husten oder Epilepsie. Ein Sohn wird tot geboren. Barbara Nitsch stirbt im Alter von 36 Jahren im März 1787. Sohn Jacob stirbt im Alter von 27 Jahren 1814 an Auszehrung. Einzig Catharina Elisabeth übersteht die Zeit. Sie bringt 1804 die uneheliche Anna Maria zur Welt, die jedoch einen knappen Monat später an Husten verstirbt.

Im Alter von 42 Jahren heiratet Jacob Matz erneut. Seine Braut ist die 24 Jahre alte Elisabeth Briese. In den nun kommenden 21 Jahren werden weitere 11 Kinder in Kröligkeim geboren, einmal sogar Zwillinge. Charlotta stirbt im Kleinkindalter 1804 an Epilepsie.

Ich kann es erst nicht richtig glauben, aber so ist es. Jacob hat 19 Kinder gehabt.

Als Elisabeth Briese im Alter von 63 Jahren 1826 verstirbt, gibt es neben dem 81 jährigen Witwer noch Sohn Peter (38J.) in Kröligkeim, der als Ältester vermutlich den Hof weiter bewirtschaftet, Barbara (36 J.) hat mit ca. 21 Jahren den Hochzinser und späteren Schulz von Kröligkeim, Gottfried Müller gehreiratet, Ludwig (35 J.) ist Bäckermeister in Petersbu(e)rg, sein Bruder Gottfried (26 J.) dort Bäckergesell, Regina (33 J.) ist seit 7 Jahren mit Ludwig Reimer in Löwenstein verheiratet, Friedrich (21 J.) ist Zimmergesell in Barten und die anderen Geschwister Anna (31 J.), die Zwillinge David und Simon (28J.), sowie Carl (20J.) sind noch in Kröligkeim.

Anna heiratet 34jährig 1829 den Großbürger und Mälzenbräuer Friedrich Reichert in Schippenbeil.

Erstaunlicherweise taucht nirgends ein Peter Matz im Kirchenbuch auf. Was ist mit ihm? Ebenso fehlt eine Spur von Simon und auch Carl. Eine ganz andere Frage ist, wo Ludwig und Gottfried verblieben sind als Bäckermeister und –gesell. Petersburg lässt sich nicht finden, Petersberg gibt es in den Kreisen Angerburg und Sensburg. Wo sind sie wirklich gelandet?

Jacob Matz stirbt 1827 im Alter von 82 Jahren in Kröligkeim.

Derjenige, der den Besitz in Kröligkeim weiter führt, scheint Zwilling David zu sein. Er heiratet, gleich alt wie sein Vater, mit 29 Jahren in Löwenstein nach dem Tod seiner Eltern 1827 Maria Elisabeth Wulf im Alter von 24 Jahren.

Die Kirche Löwenstein ist ein rechteckiger Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert mit vorgelegtem Westturm (1800 erneuert) und schön gegliedertem Ostgiebel. Der Innenraum hat eine bemalte Holzdecke (2.Hälfte 18. Jahrhundert). Reste der Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert konnten bei Renovierungsarbeiten 1932 freigelegt werden. Die Kirche besitzt eine reiche Ausstattung. Der Flügelaltar auf der gotischen Backsteinmensa entstand in seinen ältesten Teilen im 15. Jahrhundert; im Schrein Maria zwischen Petrus und Paulus, auf den bemalten Flügeln Darstellungen aus dem Leben Jesu. Erst 1694 wurde der Altar zur letzten Form zusammengesetzt. Die Kanzel von 1608/09 aus der Werkstatt des Meisters B. M. ist eine barocke Schnitzarbeit. Aus dem 16. Und 17. Jahrhundert stammen der Beichtstuhl, Gestühl und Emporen. Ein künstlerisch bedeutsames Ausstattungsstück ist der Taufengel vom Ende des 17. Jahrhunderts. Die Orgel wurde 1773/75 von Preuß – Königsberg erbaut. Die Kirche hat vier Glocken. (Geschichte der Evangelischen Kirche Ostpreussens II , Walther Hubatsch 1968)

In den kommenden 11 Jahren ihrer Ehe werden Carolina, Carl, David, Gottfried und Catharina Elisabeth geboren. Gottfried überlebt ein „hitziges Fieber“ nicht und verstirbt im Alter von 2 Jahren. Maria Elisabeth Wolff verstirbt 1838 an Krämpfen im Alter von 34 Jahren.

David ist bereits 41 Jahre als er 10 Monate nach dem Begräbnis seiner ersten Frau 1839 die Jungfrau Regina Koesling heiratet. Sie ist 26 Jahre alt. Friedrich August, Ludwig, Wilhelmine Auguste und Anna Regina werden im Laufe der nächsten sechs Jahre geboren. Die Geburt seiner letzten Tochter hat er noch miterlebt, bevor er im Altern von 47 Jahren verstirbt.

Regina Koesling heiratet 1846 den 46jährigen Carl Ferdinand Schemmerling aus Rockeln im Kirchspiel Schoenbruch. In Löwenstein werden fünf weitere Halbgeschwister zu den bisherigen Matz ´ens geboren, nur diesmal mit Nachnamen Schemmerling: Ferdinand Bernhard, Anna Maria Amalia, Gottfried Gustav, Friedrich Wilhelm und Anna Catharina Maria Elisabeth. Zwischen Anna Catharina Maria Elisabeth Schemmerling und ihrem Halbbruder Friedrich August Matz liegen 20 Jahre. Zwischen Friedrich August Matz und seiner Halbschwester Carolina Matz beträgt der Abstand in die Vergangenheit 11 Jahre.

Was für ein Sortierspiel! Was ist in der Zwischenzeit aus dem Besitz des Jacob Matz geworden? Welches der letztgenannten Kinder führt einen Hof in Kröligkeim weiter?

Carolina Matz, die Älteste aus der Reihe, heiratet 1852 im Alter von 24 Jahren Ludwig Müller. Er ist bereits 32 Jahre alt, Besitzer des Abbau Schippenbeil und entstammt ebenso einer weit verzweigten Kröligkeimer Familie, was wieder eine ganz andere Geschichte sein wird. Eine ihrer Töchter verheiratet sich 1888 in Schippenbeil mit Wilhelm August Haupt.

Im Löwensteiner Kirchenbuch lässt sich aus der Geschwister- bzw. Halbgeschwisterreihe der Matzens noch Ludwig Matz ausmachen, der im Alter von 33 Jahren 1874 Regine Behrendt (28 Jahre) heiratet.

Martin Haupt – Scharfenstein

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Muldsche SCHMADTKEs im Kreis Gerdauen

>> Die Kirche in Muldszen: Rechteckiger Bau aus Feldsteinen und Ziegeln mit Turm, 1806-1808 wahrscheinlich anstelle einer Kapelle aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet. Der dreischiffige Innenraum ist in der Mitte hoch, an den Seiten flacher gewölbt. Kanzel und Altar bilden ein Ganzes. Die Orgel wurde 1854 erbaut. Die Kirche hat zwei Glocken.<< (Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreussens, Walther Hubatsch, 1968)
Leider hab ich bisher keine Bilder zur Unterstützung meiner Vorstellungskraft in Abwechslung zu alten Buchstaben davon gefunden.
Also bis ganz in den Norden des Kreises Gerdauen sind sie zur Kirche gefahren, um die kirchlichen Feste zu feiern oder Abschiede zu nehmen. Meine nächste Suche dort kann ja eigentlich nicht so schwierig werden, denke ich. Es sind nur 114 Jahre im Überblick (1759-1873) auf den Verfilmungen der Kirchenbücher verteilt. Alles mit Namen SCHMADTKE suche ich. Oma Ellas Geburtsname. Hätte ich vorher gewusst, welche Knoten ich zu lösen habe, hätte ich wahrscheinlich gar nicht erst begonnen. Wer schon beim Lesen des Folgenden mitunter verwirrt den Kopf schüttelt, den kann ich gut verstehen.
Den frühesten, den ich entdecken kann ist Christoff SCHMADTKE, der seinen Sohn Gerge taufen lässt. Gerge ist am 04.03.1761 in Christophsdorf geboren. Knapp 3 Wochen später lese ich, haben am 23.03.1761 Jurgis SCHMADTKUS, könnte litauisch klingen, und Annorth (also für Anna Dorothea) STOLZENBURG in Groß Astrawischken geheiratet. Sie laufen mir bei meiner weiteren Suche nicht wieder vors Auge.
Im April 1762 treffe ich in Christophsdorf Christoph SCHMADTKE wieder. Am 30. April ist seine Tochter Erdmuth geboren und ich weiß jetzt, dass die Mutter Anna heißt. Erst 1773 entdecke ich, dass jene Mutter der Familie eine Anna LAPHSIN ist.
Am 29.November 1762 wird ein weiterer George SCHMADTKE geboren. Diesmal heißt der Vater Martin, was mich zu der Vermutung treibt, dass es in Christophsdorf 2 Schmadtke-Brüder gab, eben Christoph und Martin. Man „bepatet“ sich gegenseitig.
Von Martin SCHMADTKE aus Christophsdorf finde ich im weiteren Verlauf noch die Kinder Catharina und Johann, die beide im Kindesalter an Pocken sterben. Als Mutter kann ich später Erdmuth MOTZKUS ausfindig machen, die 1730 geboren ist und am 26.Juli 1784 verstarb. Näheres zu dieser Familie bleibt mir verborgen. Da gab´s doch bestimmt noch weitere Kinder? Vom Sohn George wird noch weiter die Rede sein.
Meine Hoffnung, dass ich gut lesbare Einträge im Kirchenbuch vorfinde macht der Schreiber schon früh zunichte. In den Anfängen lässt sich nichts leicht lesen und auch nicht finden. Dicke Tinte, unübersichtliche Schreibweise, Sauklaue, Wasserflecken, die die Tinte angelöst haben. Komplizierend kommt hinzu, dass die Verfilmung in die Ablichtung von nur rechten und nur linken Seiten aufgeteilt ist. Ich kann nicht wie in einem Buch blättern und eben mal nachsehen, in welchem Jahr ich mich befinde, weil gerade nur mal links oben eine Jahreszahl steht, aber rechts nichts mehr. Das ist ein Garant für zeitliche Zuordnungsfehler. Ich lege die frühen Jahre immer wieder ermüdet zur Seite und vertrage das nur in kleinen Häppchen, wenn ich am Meer der Gemütsruhe sitze
Zurück zum George SCHMADTKE (*1762), dem „einzigen“ noch verbliebenen aus der Linie Martin Schmadtke und Erdmuth MOTZKUS. Er verehelichte sich mit Louise WEDER und mir zeigen sich im Verlauf 7 Kinder. Christina (*1787) und Eleonora (*1786) sterben 1790 im frühen Kindesalter. Von Friedrich (*1784), Catharina Elisabeth (*1785) und Louisa (*1795) finde ich keine weitere Spur.
Bleibt aus der Geschwisterreihe noch Carl SCHMADTKE (*1792) in Christophsdorf. Er heiratet 1814 Erdmuth KUKUK (*1790, +1852). Aus dieser Ehe gehen 10 Kinder hervor: Charlotte (*1815), Erdmuth (*1817), Friedrich (*1818), Carl (*1820), Johann (*1822,+1823), Ertmann (*1824,+1843)), Justine (*1825), August (*1828), Louisa (*1830,+1833) und Samuel (*1832).
Die erstgeborene Charlotte (*1815) verheiratet sich mit Wilhelm LASER (*1816). Hier laufen mir 4 Laser-Kinder in Christophsdorf vor die Augen: August (*1845), Friedrich Wilhelm (*1849), Carl (*1851) und Wilhelmine (*1857). Wilhelm Laser verstirbt 1868 und 1870 geht Charlotte eine zweite Ehe mit Wittwer Gottfried SCHMEERGLATT ein, der zuvor mit Charlotte HOLDAK (1815-1869) verheiratet war.
Nun folgt in dieser fortlaufenden Schmadtke-Geschwisterreihe die Kuriosität einer 3-fach-Hochzeit, in der im Abstand weniger Tage im Jahre 1844 drei Geschwister einer Familie ebenso drei Geschwister einer anderen Familie heiraten. Könnte ein Dorf eine Woche gefeiert haben? Es sieht nach fester Verbindung zweier Familien aus Christophsdorf aus: SCHMADTKE mit KOWITZ. Erdmuth Schmadtke (*1817) mit Carl Kowitz (*1815). Friedrich Schmadtke (*1818) mit Wilhelmine Kowitz (*1813) und Carl Schmadtke (*1820) mit Regina Kowitz (*1819).Wie sehr sich wohl die Kowitz Eltern Johann Gottlieb KOWITZ (1775-1848) und seine Frau Louisa KOSAK darüber gefreut haben?
Im Hause Erdmuth Schmadtke/Carl Kowitz werden 6 Kinder geboren, die ich finden kann. Bei Friedrich Schmadtke/Wilhelmine Kowitz entdecke ich 7 Kinder(Carl Wilhelm *1846, Friedrich Wilhelm *1848, Heinrich *1850, Wilhelmine *1851, Amalie *1853, Auguste *1855, Henriette *1856) und bei Carl Schmadtke/Regina Kowitz kann ich 3 ausmachen (Julius *1849, Friederike *1854, Henriette *1859). So wie es aussieht, bleiben alle in Christophsdorf ansässig.
Bruder August Schmadtke (*1828) heiratet 1858 Friederike RABE (*1833) und Henriette Amalie (*1858) wird in Christophsdorf geboren. Bruder Samuel Schmadtke (*1832) wird 1862 mit Anna BALTRUSCH(*1837) vermählt. Samuel stirbt ca. 1868, denn Anna Baltrusch verwitwete Schmadtke heiratet 1869 Schmiedemeister Ludwig KRIEGER (*1832).
Folgt noch Carl Schmadtkes Bruder George (*1789). Er heiratet 2 Mal und es werden 15 Kinder von ihm auftauchen. Seine erste Frau, Anna Dorothea THIERGART (*1778, +07.09.1818) ist die Mutter von Justina (*1809), Friedrich (*1811), Carl (*1814), Erdmann (*1816) und einer tot geborenen Tochter (*1818). Sie stirbt im Wochenbett.
Georges zweite Frau Charlotte BLODAU (*02.10.1798) bringt Ludwig (*1820), Johann Gottfried (*1821), Lovisa (*1824), August (*1825), Friedrich Wilhelm (*1828), Julius (*1830), Benjamin (*1833), Samuel (*1836), Christian (*1837) und Gustav (*1844) zur Welt. Beim letzten Kind ist sie bereits 45 Jahre alt. Ich zweifle, aber es scheint so zu sein.
Alles fächert sich immer komplexer auf und neue Namen kommen hinzu. Aus der Reihe der 15 Kinder des George verheiratet sich 1832 Sohn Friedrich (*1811) mit Caroline KÜHN (Kiehn, *1812). Aus dem Dickicht der Einträge zeigen sich mir 5 ihrer Kinder: Carl (*1838), Friedrich Wilhelm (*1840, oo 1866 Henriette NEUMANN (*1840), 3 Töchter, +1901 in Gr. Astrawischken), August (*1845), Franz (*1848) und Henriette (*1851).
Friedrichs Bruder Carl (*1814) vermählt sich 1842 mit Caroline MOTZKUS (*1820) und es folgen 7 weitere Schmadtke – Kinder, die alle in Friedrichsfelde geboren werden: Friedrich Wilhelm (*1843, oo 1865 Justine RABE *1844, 2 Kinder: Gustav Emil *1867, Friedrich Franz *1874), Wilhelmine (*1845), Amalie (*1846), die Zwillinge Henriette und Louise (*1849) und Maria (*1851). Vater Carl verstirbt um 1865/66 und seine Witwe heiratet 1866 den 20 Jahre jüngeren, Julius Franz ZIPPER (*1840), der damit zum Stiefvater des nur 3 Jahre jüngeren Friedrich Wilhelm wird.
Friedrichs Bruder Erdmann (*1816) heiratet 1847 Helena HOLLACK (*1819), Tochter von Carl HOLLACK und Christine STADIE. Von ihnen finde ich 2 Kinder in Christophsdorf: Carl (*1849,+1850) und Friedrich (*1851).
Immer noch aus der Reihe der 15 Kinder folgt nun jener Erstgeborene mit der Mutter Charlotte Blodau, nämlich Ludwig SCHMADTKE (*1820). Er hält 1845 Hochzeit mit Charlotte NEUMANN (*1821), die eine verwitwete Johann KOWITZ (*1811-1844) ist und 2 Kinder mit in die Ehe bringt. Jener Johann Gottlieb Kowitz ist der älteste Bruder der schon benannten Kowitz-Geschwister-Schmadtke-Geschwister-Hochzeit. So bleibt alles schön beisammen. Auch hier entdecke ich noch 2 Kinder, die in Christophsdorf geboren werden: August (*1846) und Wilhelmine (*1851). Ich vermute weitere Kinder, die sich aber mir nicht gezeigt haben.
Ludwigs Bruder August (*1825-1872) tritt mit Louise BLODAU (*1841), Tochter von George BLODAU aus Mauenfelde, 1857 in die Ehe. Ihre Kinder werden in Mauenfelde geboren: Wilhelmine Auguste (*1858), Julius (*1860), Amalie (*1866) und Charlotte (*1869, +1870). 1872 zieht sich August „Beschädigungen“ beim Dachdecken zu, an denen er verstirbt.
Ludwigs Bruder Friedrich Wilhelm (*1828), der Maurer, vermählt sich 1854 mit Wilhelmine PAWEL (*1825). Auguste (*1854), Johanne Henriette (*1857) und August (*1860) werden in Christophsdorf und Ilmsdorf geboren.
Ludwigs Bruder Julius (*1830) verheiratet sich 1869 mit Friederike WEDER(*1834) und taucht im Kirchenbuch Muldszen nicht weiter auf.
Von Ludwigs Bruder Benjamin (*1833) finde ich im Kirchenbuch einen handschriftlichen Nebeneintrag, dass er 1897 in Marienwerder verstorben sein soll. Ludwigs Bruder Christian (*1837) ehelicht 1864 Amalie KUKUK (*1835). Von ihnen finde ich nur Maria (*1868, +1870).


Zurück zur Linie zwischen Christoph SCHMADTKE und Anna LAPHSIN. Hier stellen sich mir ein paar mehr Kinder vor: jener schon genannte Ge(o)rge (*1761), Erdmuth (*1762), Maria (*1763), Barbe (*1765), Christoph (*1768) und Anna (*1772).
George (*1761) heiratet Anna Maria LUTZKI. Mit Lücken, die auf die teils schlechte bis unmögliche Lesbarkeit zurückzuführen sind, kann ich folgende Kinder finden: Christoph (*1783), Ertmuht (*1788), Daniel (*1790), Gottfried (*1793) und George (*1796).
Georges Bruder Christoph (*1768) bittet 1789 Christoph WOLLMANN und dessen Frau Regina STARR um die Hand deren Tochter Regina WOLLMANN (*1766, +1820). Sie begründen eine Schmadtke-Linie in Lönkendorf. Es werden Christina (*1790), Christian (*1793), Gottfried (*1796), Christoph (*1799), Johann (*1802), Carl (*1805) und Justine (*1809) geboren. Nach dem Tod von Regina WOLLMANN heiratet Christoph SCHMADTKE 1820 Eleonore PUSCHKEIT (*1778), verwitwete THIEL und 1823 wird Paul geboren, da ist seine älteste Halbschwester 33 Jahre alt.
Christophs ältester Sohn Christian (*1793) nimmt sich 1816 Wilhelmine DWELK (*1796) zur Frau. Sechs Schmadtke-Kinder werden geboren: Caroline (*1817), Justine (*1818-1899), Gottfried (*1820), Wilhelmine (*1823), Ernestine (*1830, oo 1858 in Norkitten Michael SIMONEIT) und Louise (*1834).
Christophs Sohn Christoph (*1799) ehelicht 1820 Charlotte WEDER (*1801-1848).Von ihren acht in Lenkendorf geborenen Kindern finde ich keine weiteren Spuren: Gottfried (*1821), August (*1823-1868, oo Justine REES *1822-1869), Benjamin (*1826), Ferdinand (*1829), Wilhelmine (*1832), Wilhelm(*1835), Emilie (*1837) und Lysette (*1840).
Christophs Sohn Johann (*1802) feiert 1833 mit Wilhelmine Maria Elisabeth MOTZKUS (*1814), Tochter von Christoph MOTZKUS und Catharina WILLUHN in Petrineusass, Hochzeit. Zuerst wird ihnen 1834 eine tote Tochter geboren. Es folgen im Verlauf noch 6 weiter Kinder: Amalie (*1835), Justine (*1838, oo 1863 Ferdinand REHBERG und lebt in Georgensfelde), Gustav (*1841), Ernestine (*1845), Auguste (*1848) und Louise (*1852).
Christophs Sohn Carl (*1805) verheiratet sich 1834 mit Caroline MOTZKUS (*1808). Ich finde keine weiteren Spuren von ihnen.
Bei aller Sortierkunst ist dies das Ergebnis einer hindernisreichen Zuordnung, aber es bleiben immer auch Rätsel zurück. Die Liste ist noch lang und es gibt noch reichlich Schmadtkes, die nicht eindeutig zuzuordnen sind, verwandtschaftlich aber verwoben bleiben. Verbindungen von SCHMADTKE mit einer Reihe (außer den bisher genannten) anderer Namen sind gegeben:
ARENSWALD, CEGAU, EGGERT, ERDMANN, GRUHN, KROHN, LINDENAU, MEYER, PANTELEIT, WILLUHN, SEEWALD, SUESS, TEDDERAU, THAL, THIM, WALLAT, WIND, ZIPPLIES.
Nochmal wieder zurück zu George SCHMADTKE und Anna Maria LUTZKI. Von ihren Kindern habe ich nur einen für mich entscheidenden Anschluss über den Sohn Daniel (*1790), der 1824 in Reddenau Charlotte SCHOEPPER / SCHIPPER geheiratet hat und fortan in Grünwalde, Preußisch Eylau lebt. Wie ist er da nur hingekommen? In Grünwalde werden acht ihrer Kinder geboren: Wilhelmine (*1825-1825), Friedrich (*1826-1884), Caroline (*1829), Charlotta (*1831-1840), Lovisa (*1834), Rudolf Daniel (*1836), Carl August (*1839-1910) und Amalie (*1841). Über jenen Rudolf Daniel setzt sich die für mich interessante Linie in Grünwalde, Landsberg und Kanditten fort. Aber das ist wieder eine andere Geschichte für sich.
Sollte jemand beim Lesen Anschlüsse an die eigene Vorfahrenlinie finden, wäre ich über einen Hinweis an dieser Stelle oder per mail durchaus dankbar und interessiert.
Martin Haupt-Scharfenstein

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