Genealogische Notizen

Familienforschung kann spannend sein wie ein Kriminalroman. Wir möchten Euch teilhaben lassen an den aufregenden Geschichten, die wir in Kirchenbüchern und Archiven ausgraben. Taucht ein mit uns in vergangene Epochen und rätselhafte Verwicklungen, historische Lebensumstände und die Geschichte einer Region, die es heute so nicht mehr gibt: das frühere Ostpreußen.

Freitag, 22. Mai 2015

Kant und eine Urgroßmutter aus Regehnen

Jedes Jahr bin ich Ende April zu den Kant-Tagen in Kaliningrad. Als Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde Kants u. Königsbergs trage ich dazu bei, dass das traditionelle Bohnenmahl am 22. April in Kaliningrad im internationalen Kreis gefeiert wird.

Nach dem Tode Kants im Jahre 1804 hatten die Freunde Kants verabredet, sich alljährlich zum Kant-Geburtstag zu einem Festmahl zu treffen. Seit 1805 traf man sich im Gedenken an Kant. In den Folgejahren wurde es üblich, in der Nachspeise eine silberen Bohne zu verstecken. Derjenige, der diese Bohne auf seinem Teller fand, wurde dadurch zum Bohnenkönig gekürt und übernahm den Vorsitz und die Aufgabe, im Folgejahr die Eröffnungsrede zu halten. Aus diesen Umständen wird bereits deutlich, dass man sich nicht als Trauergesellschaft zusammenfand. Das sogn. Bohnenmahl war ein würdevolles und mitunter auch feuchtfröhliches Fest von Kantfreunden und wurde in Königsberg zu einer kulturellen Tradition, die bis 1944 weitergeführt wurde.

Die Gesellschaft der Freunde Kants u. Königsbergs hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tradtion wieder am Ursprungsort seines Entstehens zu reaktivieren. Seit etlichen Jahren findet des Bohnenmahl nun wieder in Königsberg/Kaliningrad statt. Unter den Mitgliedern der Gesellschaft befinden sich auch einige direkte Nachkommen von Kantfreunden, deren Vorfahren seinerzeit bei Immanuel Kant regelmäßig an der Tafel saßen und in intensiven Gesprächen seine Gedanken teilten. Weitere Informationen hier: www.freunde-kants.com
Nach dem offiziellen Reiseprogramm bleibe ich meistens noch einige Tage länger, besorge mir ein Privatquartier in Cranz und unternehme von dort aus lange Fahrradtouren durchs Samland. Ich „erfahre“ dann die Regionen, in denen meine Vorfahren lebten. Dieses Jahr hatte ich mir unter anderem vorgenommen, den Geburtsort einer Urgroßmutter zu erkunden: das Dorf Regehnen in der Nähe von Pobethen im mittleren westlichen Samland. Mein Bruder Martin begleitete mich.

Blick auf Regehnen von Norden (vom ehemaligen Hof Schulz aus)

Vor einigen Jahren kam ich schon einmal durch diesen Ort, wußte jedoch nicht Bescheid über die Lage der Höfe, wer wo gewohnt hatte. In diesem Jahr war ich gut vorbereitet, hatte eine Ortschronik studiert und die entsprechenden Meßtischblätter dabei. Über die Lage des Hofes der Familie SCHULZ etwas außerhalb von Regehnen gab es keine Zweifel mehr. Und dennoch, es war mühsam, die Stelle in der heutigen Realität genau zu bestimmen. Denn kein Gebäude, keine Scheune, nichts existiert mehr. Nur noch ein paar alte Linden auf einer leichten Anhöhe nördlich von Regehnen deuten auf eine frühere Hofstelle. Ob die heute vorhandene Fahrspur über eine Wiese der früheren Allee entspricht, die zu dem Hof der SCHULZens führte, bleibt unsicher. Welche Bezugspunkte stimmen noch überein mit den alten Verhältnissen? Wonach kann man sich richten bei der Suche nach der genauen
Hoflage? In dem jungen Wäldchen hinter den alten Linden finden sich Feldsteinreste, die von früheren Grundmauern stammen könnten. Es ist jedoch keine Gebäudeformation mehr erkennbar, kein rechteckiges Fundament. Alles scheint gründlich zerstört. Sicher ist, es hat hier früher einen Wohnplatz gegeben. Die hinterlassenen Spuren der auch hier aktiv gewesenen Raubgräber beweisen es: Scherben von Porzellan und Glas, verrostete Reste von Gartenwerkzeugen liegen neben ausgehobenen Gruben.

Nach einigen Stunden gründlichsten Umherstreifens verlassen wir diesen Ort hinter den alten Linden. Jetzt im Frühjahr bietet sich uns ein idyllisches Bild: überall haben sich Buschwindröschen ausgebreitet. Friedlich hat die Natur Besitz ergriffen von dem früheren Hofland.
Die Familie SCHULZ in Regehnen besaß einen Hof von 82,75 Hektar. Der letzte Besitzer hieß Hermann Ludwig SCHULZ (1854-1944) und war der älteste Bruder unserer Urgroßmutter Minna Louise SCHULZ (1863-1944).

Ausführliche Informationen zur Genealogie der Familie SCHULZ in Regehnen:

Weitere Aufnahmen von Regehnen/Dubrowka: 
ehemalige Schule 2015, jetzt Magasin/Dorfladen

Hof und Tischlerei Walter Thiel (am Haus Initialen W.T.) an der Dorfstraße



Haus an der Dorfstraße




Dorfstraße Regehnen 2011, hinten links ehemalige Schule




Schule 2011


Dorfstraße mit ehemaligem Schulgebäude

 


Mittwoch, 19. November 2014

Schippenbeil, Einwohner 1621


Die ostpreußische Stadt Schippenbeil bestand seit ihrer Gründung im Mittelalter als eine selbständige Stadt mit eigener Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Zum kommunalen Grundbesitz gehörten 144 Hufen Land (ca. 2.400 Hektar in heutigem Flächenmaß). Die Stadtbürger besaßen anteilige Nutzungsrechte an diesem vor der Stadt gelegenen Land. Jedes Jahr wurden die Nutzungsrechte neu ausgelost und an die Berechtigten verteilt. Da die landwirtschaftlichen Nutzflächen unterschiedliche Bodenqualitäten aufwiesen und näher oder auch weiter vom jeweiligen Nutzer entfernt liegen konnte, erreichte man durch die umschichtige Nutzung eine gerechte Verteilung der Vor- bzw. Nachteile. Zum Landbesitz gehörte auch Wald, der den Einwohnern das Brennholz lieferte.

Nutzungsberechtigt waren nur die Bürger der Stadt. Man hatte dazu einen Bürgereid geleistet und eine Gebühr in die Stadtkasse gezahlt. Außerdem mußte man ein Haus in der Stadt besitzen, dessen Grundstück mit Nutzungsrechten an kommunalem Grundbesitz verbunden war. Zu einem vollwertigen Haus gehörte in der Regel das Recht auf 9 Morgen Ackerland vor der Stadt sowie Weiderechte und die bereits erwähnten Rechte an Brennholz aus dem Stadtwald.

Der Bürgereid:
"Ich schwöre hiemit zu Gott dem Allmächtigen einen leiblichen Eid, daß ich alle demjenigen, was mir jetzo fürgelegen worden, treulich nachkommen, Euer Erwürdigen Rath als meine liebe Obrigkeit für [vor] Augen haben, ihnen gehorsam seyn, einem jeglichen Herrn unter ihnen seine gebührende Ehre gebe, alles gute von ihnen reden, und in Summa mich gegen sie als einen ehrlichen aufrichtigen ehrbaren Mann und Bürger eignet und gebühret, verhalten, keine heimliche Zusammenkünfte über den Rath halten, sondern wenn ich etwas böses, so dieser Stadt und meiner lieben Obrigkeit zuwider sehen oder hören werde, anzeigen will. So wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort."

Die Stadt Schippenbeil hat im Laufe der Jahrhunderte oft gebrannt oder ist zwischen die Schusslinien kriegerischer Auseinandersetzungen geraten. Das Rathaus mit genealogisch höchst bedeutsamen Bürgerlisten, Zunftrollen, Steuerregistern oder Haus- und Grundbüchern ist mehrfach in Flammen aufgegangen.

In den schwedisch-polnischen Erbfolgekriegen gelang es der Stadt, durch erhebliche Beiträge Plünderung und Brandschatzung zu vermeiden. König Carl X. Gustav von Schweden "ließ sich aus der Stadt die Contribution geben" heißt es im Dezember 1655. Daraufhin bekam die Stadt Schippenbeil von Schweden im Januar 1656 eine sogn. Salva Guarde, welche eine Plünderung durch nachziehende Truppen verhindern sollte.

1749 brach ein Brand in der Stadt aus, weil ein Apothekergehilfe beim Branntweindestillieren dem Alkohol mit dem Kerzenlicht zu nahe gekommen war: "in allem sind abgebrannt 37 ganze, 15 halbe und 2 Viertelhäuser, sieben Haakenbuden, 44 Scheunhöfe, das Rathaus, die Stadtschreiberei, die Hauptwache, die Wache am Mühlenthor und in der Hintergasse. Ueberhaupt 129 Gebäude. Das Archiv und die Privilegia sind noch vom Rathaus gerettet..."

Aber gut 150 Jahre später wurde das Rathaus von russischen Kosaken im Zuge der napoleonischen Kriege in Brand gesetzt: "In der Nacht des 14. Juni 1807 laufen 20-30 Mann Kosaken auf das Rathhaus, schlagen die Thüren ein und legen an verschiedenen Stelle brennbare Stoffe. Zuerst brannte die Registratur, welche leider mit allen auf die Stadt Bezug habenden Akten verloren ging. Dann stand das ganze Gebäude in hellen Flammen. Jeder Rettungsversuch wurde von den Kosaken, die schon den Tag zuvor in der Stadt geplündert hatten, aus dem Grunde verhindert, weil sich auf dem Rathhause russische Montierungsstücke befanden, welche die Russen nicht mitnehmen konnten, aber auch ebensowenig den Franzosen lassen wollten. Das Feuer beschränkte sich jedoch nicht allein auf das Rathhaus... "

Die Kirchenbücher von Schippenbeil sind seit 1654 überliefert. Die Taufregister jener frühen Jahre enthalten jedoch keine Angaben zu den Müttern. Die Heiratsregister liegen erst seit 1723 vor. Daher ist es nahezu unmöglich, die familiären Verflechtungen des 17. Jh. in Schippenbeil genauer zu erforschen, denn -wie oben dargestellt- gibt es kaum aufschlußreiche Sekundärquellen.

Daher freute es mich besonders, als ich bei meinen Recherchen im Staatsarchiv Berlin auf eine Akte stieß, die Bürgerlisten des Jahres 1621 enthalten sollte. Hier folgte ein Transkription des handgeschriebenen Originals:

Nahmen der Bürgere der Stadt Schippenpeill
Jacob Scheffler
Michell Stade
George Neumann
Hans Stengell
Greger Burchardt
Philippus Cundersus ?
Christof Langhancke
Jacob Stenholdt
Jacob Haußdorf
Andreas Krebs
Bartell Wittern
Michell Bündting
Thomas Brendell
Hans Engelbrecht
Merten Hintzke
Merten Hofmann
Nickell Krieger
Greger Müller
Thomas Biedermann
Michell Prangratz
Heinrich König
Balzer Warnick
Lorenz Strauß
Greger Heugell
- Seitenumbruch -
Daniell Nickell
Conradt Lachmann
Greger Hinzke
George Mix
Michell Schmidt
Peter Hofmann
Wilhelm Krappe
Bartell Schaunßlandt
Davidt Heling
Hanß Kaneen
Greger Haack
Lorenz Deutschkau
Bartell Großmann
Lorenz Deutschkau Bürgermeister
Georg Flügge
Georg von Hoffen
Simon Geißler der Jünger
Hanß Sager
Thomas Wode
Caspar Kaneen
Andreas Krebß
Hans Fliegge
Davidt Henzschell Mühllmeister
Greger Engelbrecht
Bartell Weißell
- Seitenumbruch -
Lorenz Hinzke
Greger Engelbrecht
Merten Bundtingk (ohne u-Strich und i-Punkt, daher Lesart unsicher)
Lucas Walchau Tischler
Kreuziger N…
Mertenn Perckun
Hans Weiß
Bartell Krüger
Georg Stehebergk
Peter König
Wilhelm Krauße
Mertenn Thiell
Georg Klug
Tewes Wendell
Wilhelm Koppen
Greger Stabberdtt
Thomas Biedermann
Georg Stengell
Martin Golbergk
Bendict Wagner
Greger Pangerwietz
Bartell Mix
Paull Heling
Fabian Orthall
Melcher Niezsche
Hanß Weiß
Peter Stadicke
Simon Krüger
- Seitenumbruch -
Michell Bündting
Georg Hinzke
Hanß Engelbrecht
George Trosienn
Hans Arendt
Hans Geißler
Bartell Weißel
Summa der Bürgere in der Stadt 84
- Seitenumbruch -
Büdner in der Stadt
Jochim Focksche
Greger Stabberdt
Wilhelm Koppen
Gabriell Heling
Hans Treppenhauer
Mattheus Haßelberg
Niessius Blumenaw
Georg Fligge
Georg Oschlenzky
Caspar Neumann
Bastian Weißheit
Michell Hegster
Conradt Lachmann
Georg Fliegge
Bartell Wußnaw
der He Pfarrer
Peter Eberdt
Tewes Michelau
Peter Koch
Jost Helingk
Jacob Heugell
Greger Teymann
Andreas Stehebergk
Daniell Nickell
Heinrich Konig
Thomaß Kynwang
Summa der Büdner in der Stadt 26
- Seitenumbruch -
Hakenbuden in der Stadt
Hans Heling
Hans Großmann
E.E. Rath
Peter Friederich
Matthes Koch
Christof Hoffmann
Caspar Lachmann
Summa der Hakenbuden in der Stadt 8
- Seitenumbruch -
Vorstadter Vorm Königspergischen Thor
Caspar Beßell
Georg Zufuß
Michell Bunding
Georg Stengell
Peter Schonwaldt
Lorenz Korsch
Nießius Benicke
Conradt Steinortt
Greger Engelbrecht
Peter Kößling
Hans Weiß
Nickell Stencke
Lorenz Blumenaw
Mattheus Zierich
Peter Stedicke?
Georg Kagenn
Hanß Schieberdt
Hans Kaub
Brosie Grünwaldt
Heinrich Hinz
Summa der Vorm Königspergischen Thor 20
- Seitenumbruch -
Vorstadter Vorm Mühllenthor
Hans Pohll
Peter Seott?
Hans Sager
Hanß Weiß
Hieronymus Gotner
Caspar Borlau
Lorenz Deutschkau
Leonhardt Proßein
Andreas Aßmann
Tewes Grunwaldt
Adam Thomaß
Stenzell Bringmann
George Deckin
Lorenz Deu[t]schkau
Peter Seott?
Hillebrandt Siewertt
Paull Weißrock
Nießius Lang
Bartell Weißell
Andreas Krebs
Daniell Sperling
Summa der Vorstädter vorm Mühllenthor 21
Summa Summarum der Bürger,
Büdnere undt Vorstadter der Stadt Schippenpeill 159

Die zum Ende der Liste genannte Gesamtsumme von 159 Bürgern erscheint gering. Man muß jedoch bedenken, dass hier nur die Immobilienbesitzer bzw. Haushaltsvorstände erfaßt wurden. Zu jeder der oben genannten Personen muß man sich eine Familie und Gesinde von mindestens 5 bis 10 Personen vorstellen. Dann gab es sicherlich noch etliche Einwohner, die zur Miete wohnten, kein Bürgerrecht besaßen und auf dieser Liste gar nicht genannt sind.

Die sachkundige Transkription von Eigennamen stellt eine besondere Herausforderung dar und ist nur annähernd korrekt zu bewältigen, wenn man eine sehr gute Kenntnis der Region und seiner Einwohner hat. Ein Beispiel:

In der obigen Liste taucht mehrfach der Name HEUGELL auf. Aus den Stadtchroniken weiß ich, dass die Familie Heugel bereits seit dem 15./16. Jh. in der Stadt erwähnt wird. Der Name kann also nicht HENGEL lauten, obwohl die Schreibweise in der Bürgerliste diese Lesart nahelegt, weil der Strich über dem U fehlt. Im 18. Jh. schreibt sich die Familie HUEGEL oder HÜGEL, übt das Bäckerhandwerk aus und hat unter diesem Namen Nachkommen bis in die Neuzeit. 

Obwohl die Schrift recht klar und deutlich gefaßt ist, fallen doch mehrfach Fehler und Abweichungen auf, die die Deutung erschweren können:
  • oft fehlen die i-Punkte
  • die Striche über dem U zur Unterscheidung vom N wurden nicht überall gesetzt
  • manchmal gibt es Punkte über den Vokalen, um einen Umlaut zu markieren, manchmal nicht
  • im Vorwort werden "cölnische Rechte" statt cölmische erwähnt, eine Zeile darüber fehlt das L im gleichen Wort.
Man kann sich also nicht immer völlig verlassen auf die Richtigkeit des Geschriebenen und muß weitere Quellen zum Abgleich heranziehen.

Um die insoweit recht nüchtern erscheinende Namensliste etwas mit Geschichte(n) zu beleben, zitiere ich zu einigen Bürgernamen, was ich aus anderen Quellen erschließen konnte - in alphabethischer Reihenfolge:
  • CIMDARSUS: Stephanus * 1601 in Schippenbeil, wahrscheinlich Sohn des in der Liste genannten, stirbt 1641 als Pfarrer in Zinten; erster Leseversuch in Unkenntnis der anderen Quellen: Cundersus, da statt i-Punkt ein deutlicher U-Strich vorhanden. E und A sind als kleine Buchstaben in dieser Handschrift kaum auseinanderzuhalten.
  • DEUTSCHKAU: Lorenz, 1613 und 1639 als Bürgermeister in Schippenbeil genannt
  • ENGELBRECHT: Gregor 1613-20 Richter; Hans Stadtcämmerer u. Vizebürgermeister, verstorben 1645; Martin 1645-46 Bürgermeister; 1646-63 Johann Bürgermeister; Christoph 1685-1701 Bürgermeister
  • ENGELCKE: Matthäus 1640-73 Organist, 1663-75 Bürgermeister, hat 1661 ein Deckengemälde über dem Orgelchor gestiftet u. 1682 die Orgelnebenchöre bauen lassen
  • FLIGGE, Fliegge, Flügge:im Jahre 1623-25 wird ein Verfahren gegen Hans u. Georg Fligge wegen Ermordung des Hans Schröter geführt.
  • GROßMANN, Grosmann: Bartel Großmann Rathsherr; Daniel Heinrich Großmann, * 1726 in Schippenbeil, veröffentlicht 1778 die erste Stadtchronik
  • HAUßDORF, Haussendorf, Hausdorf: Georg Wilhelm Hausdorf 1740-95 Rector u. Diaconus
  • HELING: Nicolas Heling 1469 Bürgermeister, Caspar Heling 1681-1701 Cantor
  • HEUGEL: Jacob 1522 und 1528 als Bürgermeister erwähnt; Bartholomäus 1538 Bürgermeister; im Jahr 1544 klagt ein Jacob Burchart gegen Bürgermeister Bartholomeus Heugel wegen grober Injurien und verweigerter Genugtuung. Später schreibt sich die Familie HUEGEL/HÜGEL, seit ca. 1660 Bäckermeister in der Stadt und als solche bis in die Neuzeit nachweisbar. Regina HÜGEL/Heugel (verwitwete Fligge) heiratet 1729 meinen Urururururur-Großvater Johann Haupt
  • KLUG(e), Georg, Pfarrer in Schippenbeil 1602-51
  • KREBS, Andreas 1600-13 Bürgermeister
  • PANGERWIETZ, Pangeritz, Pangritz: Christoph Pangritz um 1750 Schulz in Langendorf bei Schippenbeil; Barbara Dorothea Pangritz wird um 1790 meine Urururur-Großmutter
  • SAGER: Kürschnermeisterfamilie; ein Hans Sager, vielleicht Enkel des in der Liste genannten, *1676 in Schippenbeil, ist mein Ururururururur-Großvater
  • SCHONWALDT - eigentlich Schönwald(t): Johann 1719-23 Stadtcämmerer, Gottfried 1773-78 Bürgermeister
  • WEISSEL, Waißel: Mattheus Waissel um 1573 Schulleiter in Schippenbeil, Lautenist, veröffentlichte Bücher und Noten für Laute Link zu Wikipedia 
Leider finde ich in dieser Bürgerliste noch keine Hinweise zu meinen namensgebenden Vorfahren HAUPT. Entweder lebten sie 1621 noch nicht in der Stadt, oder sie besaßen dort noch kein Grundvermögen. 1662 läßt der Tuchmachermeister Thomas HAUPT ein Kind taufen. Das ist der erste Nachweis meines Urururururururur-Großvaters in den Taufregistern des Kirchenbuchs. Wegen der lückenhaften Sekundärquellen konnte ich bisher nichts weiter über seine Herkunft ermitteln. Vielleicht lassen sich im Staatsarchiv Allenstein/Olsztyn weitere Hinweise finden in den dort lagernden Schippenbeilschen Kirchenrechnungen und anderen versprengten Verwaltungsakten, die in Berlin fehlen.

Aus folgenden Quellen wurde zitiert:
GStAPK XX. HA, EM 120a 2 Nr.7 (Bürgerliste 1621)
Daniel Heinrich Großmann: Gesammlete Nachrichten von der Stadt Schippenbeil, Königsberg 1778
Gustav Liek: Die Stadt Schippenbeil mit Berücksichtigung des Kirchspiels und der Umgegend, Königsberg 1874